Grobe Bratwurst – selbst hergestellt

Ich habe schon seit längerem nicht mehr gebloggt. Meine Tätigkeitsfelder haben sich den letzten Monaten deutlich verschoben. Ich bin seit drei Jahren Herausgeber der Stadtteil-Zeitschrift meines Stadtteils, in dem ich lebe. Und da die Stadtteil-Zeitschrift seit einem halben Jahr auch gedruckt erscheint, benötigt sie meine volle Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund sind in den letzten Monaten nur sehr selten Rezepte veröffentlicht worden.
Aber dieses Rezept möchte ich Ihnen wirklich nicht vorenthalten. Es geht um die Herstellung von groben Bratwürsten aus Schweinefleisch. Sie sind kein Muslim:in und kein Vegetarier:in oder Veganer:in. Sonst würden Sie keinen Rezept zur Herstellung von solchen Würsten aus Schweinefleisch lesen und diese dann noch herstellen wollen.
Sie brauchen für die Herstellung einen Fleischwolf. Als Zutaten benötigen Sie Schweinedarm. Sie erhalten diesen im Handel oder über Onlineshops. Schweinedarm kann auch problemlos eingefroren werden, Sie können also auch eine Packung mit einer größeren Menge Schweindarm kaufen, als für dieses Rezept benötigt wird.
Dann benötigen Sie Schweinefleisch. Und zwar insgesamt 1 kg. Schweinenacken, Schweinebauch und reines Schweinefett.
Legen Sie den Schweinedarm in der Länge, in der er benötigt wird, vor der Herstellung 3 Stunden in 30 °C warmes Wasser und weichen ihn ein.
Entfernen Sie beim Schweinefleisch sowohl Knochen als auch Knorpel und Sehnen und auch alle Schwarten. Dann schneiden Sie das Fleisch in kleine Würfel. Und geben es in eine Schüssel. Schließlich geben Sie noch die Gewürze hinzu und vermischen alles kräftig mit der Hand.
Verwenden Sie beim Fleischwolf eine 4-mm-Lochscheibe. Geben Sie das Fleisch in den Fleischwolf und wolfen Sie es in eine Schüssel durch. Schließlich geben Sie noch 100 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser dazu und vermischen alles gut miteinander. Das Wurstbrät ist dann zum Füllen in den Schweinedarm geeignet, wenn es an der Hand kleben bleibt und nicht mehr nach unten in die Schüssel fällt.
Nun ziehen Sie den Schweinedarm auf den Füller am Fleischwolf. Sie können dabei nicht viel falsch machen, denn Schweinedarm ist wirklich sehr dehnbar und reißt dabei generell nicht. Denken Sie daran, die erste Wurst, die Sie füllen, braucht natürlich am Ende des Schweinedarms einen Knoten darin, dass das Brät nicht hinausläuft.
Nun geben Sie das Brät nach und nach in den Fleischwolf und stopfen es mit dem zum Fleischwolf gehörigen Stopfer hinein. Die ersten Versuche mit der Herstellung von Bratwürsten wird vielleicht nicht auf Anhieb gelingen, denn der Fleischwolf drückt ab und zu auch etwas Luft in den Schweinedarm, was eigentlich nicht sein soll, denn aufgrunddessen würden Bratwürste beim Braten in der Pfanne aufplatzen. Halten Sie am besten ihre rechte Hand unter die Austrittsöffnung des Füllers, an der das Brät heraus kommt und geben Sie somit der entstehenden Bratwurst ein wenig Halt. Das Brät füllt somit den Schweinedarm für eine Bratwurst. Nach einer gewünschten Länge von etwa 10-15 cm drehen Sie die Wurst mehrmals um sich herum, damit der Schweinedarm abgebunden wird und eine neue Bratwurst mit dem Brät gefüllt werden kann.
So verfahren Sie, bis Sie das Brät aufgebraucht haben oder eben auch der Schweinedarm zu Ende ist. Das restliche Brät, dass ja gewürzt ist, eignet sich sehr gut zum Brotaufstrich, ähnlich wie Sie Schweinemett beim Schlachter dafür kaufen. Geben Sie die hergestellten Bratwürste auf einen großen Teller und lassen Sie sie 2 Stunden ruhen. Dann können Sie sie entweder zubereiten und in der Pfanne braten oder portionsweise in einem Gefrierbeutel im Gefrierschrank einfrieren.
Sie werden sehen, diese Herstellung von Bratwürsten wird Ihnen Spaß bereiten, ähnlich wie es mir ging. Ich hatte dabei schon überlegt, dass ich meinen Beruf verfehlt hatte und eigentlich Schlachter hätte werden sollen.
Die selbst hergestellten Bratwürste sind geschmacklich hervorragend. Ich habe vier von den Bratwürsten kurz nach der Herstellung in der Pfanne angebraten miit frischen Bratkartoffeln genossen. Ich verzichte allerdings hier auf ein Foodfoto des Gerichts. Ich habe die vier als allererstes hergestellten Bratwürste zubereitet, und die ersten beiden Bratwürste waren zu prall gefüllt. Ein Fehler, den man nicht machen sollte, denn solche Bratwürste platzen beim Braten in der Pfanne auf. Das Foodfoto wäre nicht sehr attraktiv geworden. Aber, wie schon erwähnt, geschmacklich waren sie hervorragend.
Ich bin sehr stolz auf die Herstellung dieser Bratwürste. Sie kennen den Film „Cast Away – Verschollen“ mit Tom Hanks? Nach einigen Tagen allein auf der einsamen Insel gingt es ihm, Feuer zu machen, und er tanzt um das Feuer herum und schreit mehrere Male laut, „Ich habe es getan! Ich habe es getan!“. So ging es mir heute mit der Herstellung der Bratwürste, „Ich habe sie hergestellt!“.
Zutaten:
- 450 g Schweinenacken (Schweineschulter)
- 400 g Schweinebauch
- 150 g Schweinerückenspeck
- 20 g Salz
- 5 g gemahlener Kümmel
- 4 g frisch gemahlener Pfeffer
- 1 g geriebene Muskatnuss
- 1 g Knoblauchpulver (alternativ 1 Knoblauchzehe)
- 100 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
- 2 m Schweinedarm 30/32
Arbeitsgeräte:
- Fleischwolf
- Wurstpresse
Zubereitungszeit: Einweichdauer 3 Stdn. | Herstellung 1 1/2 Stdn.
